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Blumen des Bösen · Bandarchiv 1992–2000Blumen des Bösen

Die Band

Die Blumen des Bösen waren eine deutschsprachige Post-Punk-Band aus Nürtingen im baden-württembergischen Südwesten. Den Namen nahmen sie von Charles Baudelaires Gedichtband „Les Fleurs du Mal“. Am 27. Juni 1992 probten Marty González Martín, Martin Ullmann, Severin Schöllhammer und Volker zum ersten Mal unter diesem Namen, im Big Bang in Nürtingen. Acht Jahre später, am 3. Juni 2000, spielten sie im Limelight in Stuttgart ihr letztes Konzert.

Was sie gemacht haben

Ein Fanzine beschrieb sie 1992 so: „Punkschlichtheit, Moll-Akkorde & -Verse, eine kirchenchorgeschulte klare, sanfte Stimme verschmelzen zu ihrer Musik jenseits von Punkparolen und Gruftifrust, die zwischen allen Stühlen sitzt.“ Der Band selbst genügte ein Wort dafür: In einer Wassenberger Zeitung nannte sie ihre Musik 1993 „depressiven Punk-Rock“. Querflöte und später Saxophon gehörten ebenso dazu wie ein Drumcomputer, nachdem 1996 der Schlagzeuger gegangen war.

Das erste Demo „Den Blumen des Bösen verfallen“ nahmen sie am 10. August 1992 an einem einzigen Tag auf; es erschien im Oktober in 110 Stück. Die erste Platte, die EP „Kein Tag ohne Revolution“, kam am 8. April 1993 in 1033 Stück heraus und fand ihren Weg bis nach Panama und Mexiko, wo sie sogar im Radio lief. Es folgten drei Alben: „Übermut werde Spaten“ (1995), „Damals, vor zwei Sekunden“ (im September 1997 aufgenommen, erst 1999 veröffentlicht) und „Aus Ruinen“ (1999). Die vollständige Diskografie zählt heute 23 Einträge.

Wer dabei war

Die Besetzung wechselte oft. Beständig blieb Severin Schöllhammer am Baß; Martin Ullmann spielte bis Mai 1995 Gitarre, Marty González Martín sang bis November 1997, danach Martin „Kaktus“ Roeder. Vier Schlagzeuger und ab 1996 ein Drumcomputer lösten einander ab. Die Besetzungen im Überblick stehen auf einer eigenen Seite — samt der Vorgeschichte, denn Ullmann und Schöllhammer machten schon seit dem 20. November 1984 zusammen Musik.

Wie es endete

Im Oktober 1999 erschien „Aus Ruinen“, gefolgt von einer Deutschlandtour mit den Fliehenden Stürmen. Im März 2000 nahm die Band „Zonengrenze ’84“ auf — ihr letztes offizielles Stück, das erst nach dem Ende auf dem Sampler „Maschinentrauma“ erschien. Aus dem Umfeld ging danach die Gruppe dot.commando hervor. Die Konzertchronik verzeichnet 64 belegte Auftritte, die Historie erzählt die Jahre im Wortlaut der Band.

Woher die Angaben stammen

Dieses Archiv stützt sich auf die Aufstellungen und Tourberichte, die die Band selbst geführt hat, auf ihre Plattenhüllen, auf zeitgenössische Fanzines und Zeitungen sowie auf das, was von ihren alten Internetseiten im Internet Archive erhalten geblieben ist. Wo Quellen einander widersprechen, steht der Widerspruch im jeweiligen Eintrag statt einer stillen Entscheidung.

Die Band — Die Blumen des Bösen