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Blumen des Bösen · Bandarchiv 1992–2000Blumen des Bösen

Presse — Interviews

Wüste Welle

Wüste Welle · Interview · 3. Oktober 1995

Die Band zu Gast im Freien Radio Wüste Welle in Tübingen, in der Besetzung mit Arno Ritter, Severin Schöllhammer, Martin Ullmann und Bernd Mall — wenige Monate nach dem Erscheinen von „Übermut werde Spaten“. Weil Radio niemanden zeigt, beschreiben sich die vier zu Beginn gegenseitig. Danach: warum man in einem Dorf eine Band gründet, dass es ein Jahr gedauert habe, bis sie selbst an ihre Sache glaubten, zehn Tage Studio von morgens bis abends für das Album — und die Erklärung des Titels in vier Worten. Auf der Platte stehen erstmals Texte von mehreren; auf der EP hatte sie noch alle Severin Schöllhammer geschrieben. Die Abschrift stammt von einer Maschine und ist nicht gegengehört. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, steht mit einiger Wahrscheinlichkeit Liedtext statt Rede; Liedtitel und Namen versteht die Maschine besonders oft falsch.

  1. Captain Gallina03:59

    Und schon kommt Angeschissen.

  2. Captain Gallina07:20

    Okay, ich habe also die Blumen des Bösen im Studio und das sind Arno, Severin, Martin und Bernd. Okay, Arno, Severin, Martin und Bernd. Könnt ihr euch vielleicht vorstellen, euch gegenseitig zu beschreiben? Das heißt, damit die Leute draußen im Lande, die Punkerinnen und Punker, sich vorstellen können, wer hier im Studio sitzt. Sagt doch einfach mal, wie seht ihr aus? Beschreibt euch gegenseitig.

  3. Eine Stimme07:45

    Also Bernd ist ein wenig pummelig, mittelgroß, hat grün-blaue Augen, schulterlange Haare und ein kleines Pony.

  4. Eine Stimme08:01

    Arno spielt Schlagzeug, hat langes blondes Haar, ist 20 und sieht jung und knackig aus. Wow.

  5. Eine Stimme08:09

    Severin, der spielt Bass, hat an den Seiten kurze Haare, in der Mitte lockige mit Hennerot gefärbt, hat einen Nasenring und ist ziemlich groß.

  6. Eine Stimme08:21

    Und die Marti, unsere Sängerin, ist circa 1,55 Meter groß, sehr hübsch, schwarz-braune Haare und ist sicherlich die hübscheste von uns alle.

  7. Captain Gallina08:33

    Okay, das sagt uns jetzt schon mal was. Jetzt können wir uns vorstellen, wer hier neben mir sitzt. Die nächste Frage ist, wie würdet ihr eure Musik beschreiben? Severin vielleicht, was ist eure Musik? In welche Schublade würdet ihr die stecken?

  8. Eine Stimme08:47

    Ganz klar Punk, auf jeden Fall mal Punk.

  9. Captain Gallina08:49

    Okay, und? Mit Feinabstufung. Also ich meine, Punk, da gibt es ja Deutsch-Punk, da gibt es Arschloch-Punk, da gibt es Raw-Punk, da gibt es Fuzzcore-Punk. Welche Schublade wissen genauer? Blumen-Punk. Blumen-Punk, wegen Blumen des Bösen. Okay, ihr habt einen ganz eigenen Stil, willst du damit sagen?

  10. Eine Stimme09:05

    Ja.

  11. Captain Gallina09:05

    Arno, siehst du das auch so?

  12. Eine Stimme09:08

    Ja, allerdings ein bisschen Wave-Einschlag hat es schon.

  13. Captain Gallina09:12

    Wave? Aha. Okay, dann können wir uns ja mal anhören. Ich habe jetzt von der ersten Single, die heißt Kein Tag ohne Revolution, zwei Stücke aufliegen. Das eine ist Die Maschine lebt und danach Tausend bunte Tage Punk, Blumenpunk, Wave-Einschlag. Hört es euch an.

  14. Eine Stimme15:34

    Die Band gibt es seit ungefähr dreieinhalb Jahren, zumindest in der Form unter Blumen des Bösen, aber das Gründungsmitglied, der Martin und ich, haben die Band vor ungefähr über zehn Jahren gegründet, mit wechselnden Musikern.

  15. Captain Gallina15:45

    Okay, das ist ja schon eine ganz lange Zeit, ihr seid dann sozusagen schon eine alte Kultband, kann das sein?

  16. Eine Stimme15:49

    Ja.

  17. Captain Gallina15:51

    Super. Was war eure Motivation, jetzt nicht zusammen zu jammen, sondern dann die Blumen des Bösen zu gründen? Mit welcher Motivation seid ihr da rangegangen, eine Band zu gründen?

  18. Eine Stimme16:03

    In dem Dorf, wo wir herkamen, war wirklich nichts los und dieses Konsumverhalten war uns dann doch zu langweilig. Wir wollten irgendwas selber machen.

  19. Captain Gallina16:12

    Mit Musik ist natürlich schon ein ganzes Stück Arbeit verbunden. Hat sich die Motivation aufgrund von mehr Erfolg oder vielleicht auch mehr Professionalität verändert im Laufe der Zeit?

  20. Eine Stimme16:25

    Man steckt natürlich noch mehr Arbeit rein, weil man mit der Zeit auch weiß, wo sich das lohnt.

  21. Captain Gallina16:30

    Okay, und kannst du was über den Werdegang erzählen, was eure Band so seither durchgemacht hat? Bisschen so für die Anfänge oder Veränderungen personell auch?

  22. Eine Stimme16:40

    Nur kurz. Als wir angefangen haben, haben wir selber noch nicht wirklich an uns geglaubt, weil wir irgendwie was völlig Neues gemacht haben. Und es hat eigentlich ein Jahr gedauert mindestens, bis wir gewusst haben, dass das, was wir machen, auch gut ist. Personell hat sich einiges geändert. Die Marti und ich sind noch übrig geblieben. Der Arne ist schon seit eineinhalb Jahren dabei und der Bernd jetzt seit einem halben Jahr.

  23. Captain Gallina17:00

    Okay, und in dem Line-Up werdet ihr wahrscheinlich jetzt auch erstmal weitermachen. Sehe ich das richtig? Ich möchte es hoffen. Wunderbar. Also ich habe jetzt hier aufliegen vom ersten Demo, nee, vom zweiten Demo das Minilied und dann live im Tipi in Notzingen gibt es das Lied Kompass von den Blumen des Bösen. Hauen wir rein.

  24. Captain Gallina24:00

    Okidoki, so viel von der Live-Musik. Aber ihr habt ja kürzlich eine CD aufgenommen. Wie heißt die CD? Übermut werde Spaten. Übermut werde Spaten, was kann ich mir darunter vorstellen?

  25. Eine Stimme24:11

    Möchtest du eine Erklärung zu dem Titel?

  26. Captain Gallina24:13

    Kurz.

  27. Eine Stimme24:15

    Energie werde Tatkraft.

  28. Captain Gallina24:18

    Okay, ja, das hört sich gut an. Wie lange habt ihr dafür gebraucht, die CD aufzunehmen?

  29. Eine Stimme24:24

    Ungefähr zehn Tage.

  30. Captain Gallina24:26

    War der jeden Tag im Studio, zehn Tage lang?

  31. Eine Stimme24:28

    Ja, eigentlich schon von morgens bis abends.

  32. Captain Gallina24:30

    Hey, cool. Und ihr habt die CD veröffentlicht auf einem Label namens Cactus Records und mich gebeten, die Adresse dieses Labels durchzugeben. Das mache ich jetzt. Also Cactus Records von Martin Röder, Schießmauerstraße 36 in 72810 Gurmaringen. Also falls ihr die CD bestellen wollt, dann schreibt an Cactus Records Martin Röder, Schießmauerstraße 36 in 72810 Gurmaringen. Was kostet die CD dann dort bei dem?

  33. Eine Stimme25:01

    26 Mark inklusive Porto.

  34. Captain Gallina25:04

    Cool, das ist ja wirklich ein menschenfreundlicher Preis. Okay, wie findet ihr selbst die CD?

  35. Eine Stimme25:11

    Ja, also sie war ziemlich viel Arbeit eigentlich, aber man lernt aus der EP zum Beispiel, die Fehler, die man damals gemacht hat, praktisch nicht nochmal zu machen. Und also mir persönlich gefällt es, es klingt vielleicht arrogant, ich weiß es nicht, aber ich glaube, es sind alle relativ zufrieden. Es ist natürlich jetzt auch ein neues Produkt. Man ist natürlich mit dem neuen Produkt immer zufrieden. Im Nachhinein stellt man vielleicht Fehler fest.

  36. Captain Gallina25:37

    Aber jetzt momentan überwiegt noch der positive Eindruck und finde ich auch gut, wenn ihr zufrieden seid mit euch selber, seid gehört ja dazu. Deswegen macht man es ja. Die Texte sind verschiedensprachig auf der CD. Was für Sprachen sind da alles vertreten?

  37. Eine Stimme25:50

    Also das ist Deutsch natürlich und Spanisch. Spanisch, weil es meine Muttersprache ist, aber eigentlich ist Deutsch auch meine Muttersprache. Ich bin hier geboren.

  38. Captain Gallina25:59

    Und englische Texte sind auch drauf?

  39. Eine Stimme26:01

    Ein einziges, ja, eine Cover-Version, aber das zählt normalerweise nicht, hauptsächlich Deutsch und Spanisch.

  40. Captain Gallina26:06

    Okay, wer macht die Texte?

  41. Eine Stimme26:09

    Fast alle von uns steuern Texte bei. Wer einen Text hat, steuert ihn bei und fragt die anderen, ob er ihnen gefällt, ob sie was damit anfangen können.

  42. Captain Gallina26:17

    Auf der EP war es ja so, dass du, Severin, alle Texte geschrieben hast. Das hat sich jetzt verändert.

  43. Eine Stimme26:22

    Es hat sich ein bisschen verändert. Ich habe die anderen ein bisschen angehauen, sich selber auch mehr einzubringen.

  44. Captain Gallina26:27

    Cool, es ist auch dann ein bisschen mehr Vielfalt in den Texten drin. Wie wichtig sind euch die Texte im Verhältnis zur Musik?

  45. Eine Stimme26:34

    So wichtig, dass die meisten Texte auf Deutsch sind, damit man sie versteht.

  46. Captain Gallina26:39

    Okay, also ziemlich wichtig. Und wir hören jetzt von der ersten CD oder von der neuen CD das Lied Kein Tag ohne Revolution. Das ist ein Remix von der EP und danach Entre Dors Linguas. Habe ich das richtig ausgesprochen?

  47. Eine Stimme26:53

    Prima.

  48. Captain Gallina26:54

    Okay, dann ab dafür.

  49. Captain Gallina03:17

    Okay, das hört sich ja schon wesentlich professioneller an, auch von der Produktion her, die CD. Ich sage nochmal kurz das Label durch, das ist Cactus Records bei Martin Röder, Schießmauerstraße 36 in 72810 Gummeringen. Da gibt es diese tolle CD zu bestellen für 26 Mark inklusive Porto und wem es gefallen hat, der sollte sich bestellen, finde ich cool. Okay, wir kommen jetzt zur nächsten Fragerunde. Vorbilder, Roots, Einflüsse. Fang doch mal an Bernd, was sind deine Roots?

  50. Eine Stimme03:50

    Also dazu möchte ich mal kurz sagen, dass wir wahrscheinlich die vielseitigste Band sind, weil wir sind wirklich hostiv. vielseitigste Stilrichtungen, die wir bisher gemacht haben und, also wie ich zum Beispiel, ich habe fünf Jahre bei Lunatic gespielt, eine Trashband hier aus der Region, was sich natürlich auch auf meine gesamte Gitarrearbeit auswirkt.

  51. Captain Gallina04:10

    Okay, deine Roots sind eher im Trashbereich. Was sind deine, Martin?

  52. Eine Stimme04:13

    Ich sage eher was zu Bands, also zum Beispiel Raincoats oder Modeds oder Cranberries, sowas in die Richtung.

  53. Severin04:20

    Okay, Severin? Ich bin mit Punk und den Sixties groß geworden und da hänge ich noch fest.

  54. Eine Stimme04:24

    Cool. Bei mir ist es mehr so der Wage-Sektor, vor allem Philipp Bohr, die Ecke.

  55. Captain Gallina04:32

    Okay, also eine vielfältige Band, was die Einflüsse und Vorbilder angeht. Ich habe jetzt die tolle Aufgabe, die Lieblingssongs anzukündigen, nämlich als da wären zunächst mal 10.000 Maniacs mit dem Lied Obsolescence und danach kommen The Slits mit Typical Girl. Diese beiden Songs spiegeln wahrscheinlich auch Einflüsse und Vorbilder ab, spiegeln die vor, spiegeln die... Stellen die da, bla bla bla. Wir spielen sie jetzt einfach. Lieblingssongrunde, go on.

  56. Eine Stimme13:02

    Okay, ihr kommt gerade von der Tour zurück.

  57. Captain Gallina13:15

    Wie war's?

  58. Eine Stimme13:16

    War ziemlich klasse. Wir hätten gedacht, dass es ein bisschen problematisch wird, aber war echt super.

  59. Captain Gallina13:22

    Und wo habt ihr überall alles gespielt?

  60. Severin13:24

    Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. Super.

  61. Captain Gallina13:30

    Habt ihr euch vertragen untereinander?

  62. Eine Stimme13:32

    Ist ja auf so einer Tour manchmal das Problem. Schon ziemlich gut. Also die Stimmung war klasse und die Partys nach den Konzerten waren um einiges, ja, waren ziemlich super.

  63. Captain Gallina13:42

    Und würdet ihr sagen, dass das eine erfolgreiche Tour war? Severin vielleicht? Oder Arno, sag du was?

  64. Eine Stimme13:53

    Ja, also eigentlich schon auf jeden Fall. Also manchmal war es schon ein bisschen problematisch, aber zum Großteil war es eine super Tour.

  65. Captain Gallina14:01

    Woran würdest du jetzt festmachen, dass die Tour erfolgreich war?

  66. Severin14:05

    Wir haben zumindest keine Unkosten mehr gehabt. Im Nachhinein sind wir aus den roten Zahlen raus. Wir haben haufenweise Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft in der ganzen BRD.

  67. Captain Gallina14:13

    Okay, das wäre schon mal was. Das Publikum war auch zufrieden. No lloraré. No lloraré. No lloraré.

  68. Captain Gallina20:02

    Okay, jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. Der Gesangskontest schlägt zu. Die Blumen des Bösen singen ein Lied, anplagt und ordnet doppelten Boden ohne Effektgeräte und sonstige Schnickschnacks. Go on. Na?

  69. Eine Stimme20:19

    1, 2, 3, 4.

  70. Eine Stimme20:20

    Vater ist im Walde jagen. Mutter kocht für uns daheim. Und ich werde Wasser tragen. bis ich größer werde sein, bis ich groß werde sein. Und ich werde Wasser tragen, bis ich größer werde sein.

  71. Captain Gallina20:48

    Ja, wunderschön, hervorragend. Das war aus dem Film Dschungelbuch. Sehe ich das richtig? Ja, ja. Ja, ja, okay. Und wir kommen jetzt zum Klassiker der Woche. Das ist diesmal Drongos for Europe mit dem Titel Deaths a Career. Go on.

  72. Eine Stimme21:16

    Freude, Freude, Freude!

  73. Captain Gallina24:09

    Okay, das war eine Aufnahme von 79 Drongos for Europe mit Deaths A Career, der Klassiker der Woche. Ich komme jetzt zu dem Veranstaltungstipp, den ich heute habe. Der bezieht sich auf den übernächsten Freitag, auf den Freitag den 13. Am Freitag den 13. werden Mädels No Mädels, The Simons, Original Pearl Harbor Swimmers und Totaler Müll In Walderstadt im Jugendhaus Kloster auftreten. Ein Punkrock-Konzert, das ihr nicht verpassen solltet. Freitag, der 13.10. ab 19 Uhr in Walderstadt im Jugendhaus Kloster. Die Blumen des Bösen werden erst am 2.12. zu sehen sein. Am 2.12. im Dezember. Wo sieht man euch da?

  74. Eine Stimme24:54

    In Heilbronn.

  75. Captain Gallina24:55

    In Heilbronn. Wie heißt der Laden dort?

  76. Eine Stimme24:58

    Oh, da bin ich jetzt überfragt. Irgendeine Kneipe.

  77. Captain Gallina25:01

    in irgendeiner Kneipe in Heilbronn, weiß sonst niemand. Ihr werdet erst aus der lokalen Presse und aus den Plakaten abnehmen können, wo die Blumen des Bösen am 2.12. zu sehen sind. Okay, wir haben jetzt noch ein kleines bisschen Zeit. Ich frage euch noch, was war euer tollstes Erlebnis mit der Band? Das Tollste, sag's uns.

  78. Eine Stimme25:20

    Also das tollste Erlebnis war sicherlich unser Konzert in Erfurt, jetzt auf dieser laufenden Tour, die wir jetzt kürzlich beendeten, wo das Publikum absolut super mitgegangen ist und uns nochmal richtig hoch gepusht hat, obwohl wir dort am Ende der Tour total fertig waren.

  79. Captain Gallina25:33

    Und ihr habt so viel Feedback bekommen, dass ihr dann ohne Ende gespielt habt? Ja, so in etwa, bis das Material aus war. Okay. Und was war das peinlichste, das schlimmste, das mieseste Erlebnis, was ihr jemals hattet mit der Band?

  80. Severin25:47

    Das ist noch gar nicht so lange her. Wir haben letztes Wochenende bei der Ermstalwoche in Metzingen gespielt, bei einer Verbrauchermesse. Super. Vor ein paar Spießern, das war sicher das Schlimmste.

  81. Captain Gallina25:57

    Hört sich gut an. Haben die dann mit Tomaten geworfen, oder?

  82. Eine Stimme26:00

    Das Publikum selber war eigentlich gar nicht so schlimm, hätte ich nicht mal gedacht, aber die Läden drumherum, die haben sich unheimlich beklagt und kamen dann jede fünf Minuten, es sei zu laut und so weiter und dementsprechend war dann auch das Konzert ständig unterbrochen und schrecklich.

  83. Captain Gallina26:15

    Sowas macht ihr wahrscheinlich so schnell nicht wieder, denke ich.

  84. Eine Stimme26:17

    Bestimmt nicht.

  85. Captain Gallina26:18

    Okay, wollt ihr noch irgendjemand grüßen, irgendwelche Weisheiten loswerden, ein Schlusswort, einen duftigen Satz?

  86. Severin26:24

    Ein paar Grüße kriegen wir bestimmt noch los.

  87. Captain Gallina26:27

    Okay, Severin, sag die Grüße.

  88. Severin26:29

    Ich grüße den Martin. Nein, ich grüße beide Martins. Den Martin, der nicht mehr dabei ist und den Martin von Cactus Records. Super.

  89. Captain Gallina26:35

    Wollt ihr sonst noch jemanden grüßen? Was Spezielles sagen? Eure Botschaft. Genau, was ist eure verdammte Botschaft? Die Botschaft, eure Message. Das war in den 70ern immer unglaublich wichtig. Unsere Message ist, eure Message...

  90. Severin26:45

    Wenn wir unsere Botschaft hier in einer Minute sagen könnten, wäre es sinnlos, eine CD zu machen, die eine Stunde lang geht.

  91. Captain Gallina26:50

    Hey, okay, das ist ein Statement, das kann ich nur so stehen lassen. Okay, jetzt spiele ich das Outro von Megacity 4. Und das heißt, verdammte Zettelwirtschaft, das heißt, Enemy Skies von Megacity 4 geht ab. Und ich verabschiede mich gleichzeitig. Das war mal wieder die Punkrock-Party. Jeden Dienstag von 22 bis 23 Uhr, so auch nächsten Dienstag, werdet ihr mich hören. Auf der Wüstenwelle 96,6 MHz, Kabelfrequenz 97,45. Die Blumen des Bösen sind sehr traurig, dass sie es im Neufen nicht empfangen können. Ja, nächstes Mal gibt's wieder Pogo, Pogo, Pogo. Punkrock bis der Arzt kommt. Ich verabschiede mich jedenfalls von euch. Euer Captain Galina war am Mikrofon. Haut rein, keep on punkrockin'. Und tschüss.

Woher das kommt

Mitschnitt von Wüste Welle, 3. Oktober 1995 — 2 Kassettenseiten, zusammen rund 62 Minuten. Abgeschrieben hat die Aufnahme eine Maschine (WhisperX 3.8.6, Modell large-v3, Sprechertrennung pyannote community-1). Gegen die Aufnahme gehört hat diese Abschrift noch niemand.

Auf der Seite steht nur das Gespräch mit der Band. Aus der Abschrift der ganzen Sendung sind 91 Abschnitte als Gespräch erkannt worden, davon alle freigegeben. Was der Sender sonst spielte und sendete — Musik anderer Bands, Veranstaltungstipps, das Hörspiel — bleibt draußen, und die Tondatei selbst bleibt im Archiv. Die Rechte daran liegen nicht bei der Band.

Auch diese Grenze hat die Maschine gezogen, nicht ein Mensch. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, kann hier Liedtext stehen statt Rede; solche Stellen sind mit einiger Wahrscheinlichkeit fehlerhaft, und Liedtitel versteht die Maschine besonders oft falsch. Wer einen Fehler findet, möge ihn melden — berichtigt wird nach dem Hören.

Wüste Welle — das Gespräch — Die Blumen des Bösen