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Blumen des Bösen · Bandarchiv 1992–2000Blumen des Bösen

1993–2002

Presse

Was andere über die Band gesagt und geschrieben haben — Fanzines aus dem Selbstverlag, Lokalzeitungen, ein paar Seiten, die nur noch das Internet Archive kennt, und zwei Sendungen des Freien Radios Wüste Welle Tübingen. Zitiert wird kurz: die Texte gehören ihren Verfassern und ihren Blättern. Die Blätter selbst liegen als Scans in der Galerie, dort unter „Presse & Fanzine“; jeder Beleg unten führt direkt zu seinem Blatt.

47
Stimmen
33
Quellen
69
Scans im Bildarchiv
7
besprochene Platten
11
belegte Abende
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8 von 47 Stimmen.

Interviews

Kaktus

Interview · 1994 · Martin „Kaktus“ Roeder

Die spielen so ziemlich den innovativsten Punkrock, den ich in unseren Breiten kenne.

Das Gespräch führte Martin „Kaktus“ Roeder, der das Heft machte — derselbe, der vier Jahre später Sänger der Band wurde. Alle vier saßen an einem Sonntag vor dem Recorder. Datiert ist der Scan nicht: Arno Ritter wird als „der neue Schlagzeuger“ vorgestellt (er kam im Januar 1994), die „Frage des Jahres“ gilt dem Tod von Kurt Cobain (April 1994), und die erste CD soll „Anfang nächsten Jahres“ erscheinen — das Interview stammt also aus dem Frühjahr oder Sommer 1994. Welche Ausgabe es war, steht auf den Seiten nicht. Severin Schöllhammer erzählt darin, wie der Text von „Kein Tag ohne Revolution“ an einer roten Ampel entstand, und nennt als Einflüsse Slits, EA 80, France Gall und TKKG; Marty González Martín berichtet, dass sie die Querflöte in die Band brachte.

Boot Murder News, Nr. 3

Interview · Januar 1995

Interpretationen verstümmeln den Inhalt!

Das ausführlichste Gespräch aus der Zeit. Es nennt die Hörgewohnheiten aller vier — Arno Dark Wave, Punk, Ska und Reggae; Martin Dark Wave, Punk, Gitarrenpop, NDW und Sechziger; Severin Garagenpunk, alten New Wave, Hardcore, Hörspiele und, mit zwei Fragezeichen versehen, dekadente Schlager; Marty die Cranberries, Sugarcubes, EA 80, Mo-Dettes, Girls At Our Best, Raincoats und Slits. Die Texte seien bewußt auf deutsch und spanisch geschrieben, den Muttersprachen, und handelten von Selbsterlebtem und Selbstkritischem — „Die Welt unterm Mikroskop!“ Auf die Frage, was sie anders machen würden, antwortete die Band: reiche Eltern haben, einen Proberaum um die Ecke statt einer Stunde Fahrt, und die Fehlversuche bei Schlagzeugern aussparen. „Wir hätten uns einfach früher finden sollen!“ Dieselbe Ausgabe druckt eine Preisliste: das Demo von 1992 für sieben Mark, die 7“ von 1993 und das Tape von 1994 für je acht, drei Titel zusammen für siebzehn — Porto inbegriffen. Die CD sollte im April 1995 erscheinen und ungefähr 25 Mark kosten. Angekündigt wird sie dort noch als Zwölftonner; erschienen ist sie mit fünfzehn Stücken. Und sie ist die Quelle für das zweite Gründungsdatum der Band: „Nach 10jährigem Bestehen (Gründung 20. Nov. ’84), unzähligen Umbesetzungen & Namensänderungen, 3 Demos & 1 Single“ erscheine nun die Debüt-CD; Severin Schöllhammer spricht dort von „10 Jahren Glaube an die Unmöglichkeit“ der eigenen Musik. Das ist kein Widerspruch zum Juni 1992, sondern die längere Rechnung — der 20. November 1984 ist der Tag, seit dem Martin Ullmann und Severin Schöllhammer zusammen Musik machten. Beide Zahlen stimmen, sie zählen nur Verschiedenes.

Belege
Blatt 1 · Blatt 2 · Blatt 3

Wüste Welle

Interview · 3. Oktober 1995

„In dem Dorf, wo wir herkamen, war wirklich nichts los, und dieses Konsumverhalten war uns dann doch zu langweilig. Wir wollten irgendwas selber machen.“ — Und auf die Frage nach der Schublade: „Ganz klar Punk.“ — „Deutsch-Punk, Raw-Punk, Fuzzcore-Punk? Welche genauer?“ — „Blumen-Punk.“

Die Band zu Gast im Freien Radio Wüste Welle in Tübingen, in der Besetzung mit Arno Ritter, Severin Schöllhammer, Martin Ullmann und Bernd Mall — wenige Monate nach dem Erscheinen von „Übermut werde Spaten“. Weil Radio niemanden zeigt, beschreiben sich die vier zu Beginn gegenseitig. Danach: warum man in einem Dorf eine Band gründet, dass es ein Jahr gedauert habe, bis sie selbst an ihre Sache glaubten, zehn Tage Studio von morgens bis abends für das Album — und die Erklärung des Titels in vier Worten. Auf der Platte stehen erstmals Texte von mehreren; auf der EP hatte sie noch alle Severin Schöllhammer geschrieben. Die Abschrift stammt von einer Maschine und ist nicht gegengehört. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, steht mit einiger Wahrscheinlichkeit Liedtext statt Rede; Liedtitel und Namen versteht die Maschine besonders oft falsch.

Metzinger-Uracher Volksblatt

Interview · 22. Dezember 1995

Severin Schöllhammer nennt die Musik dort „Barockpunk“ — „Punk“ für geradeaus und ohne Kompromisse, „Barock“ für den Sinn für Schnörkel. Zwei Jahre zuvor, in Wassenberg, hatte dieselbe Band ihre Musik noch als „depressiven Punk-Rock“ angekündigt.

Belege
Blatt 1 · Blatt 2

Wüste Welle

Interview · 2. September 1997 · Captain Gallina

„Wir hatten seit Längerem ein Problem mit unseren Schlagzeugern, wir haben ständig gewechselt und hatten irgendwann mal die Nase voll — keine Lust mehr auf das Drama, immer wieder jemanden einzuspielen, um ihn dann wieder zu verlieren. Unsere Lösung war dann einfach eine Maschine. Leider, muss ich sagen, weil eigentlich ein Mensch uns lieber gewesen wäre — aber inzwischen würden wir auch nicht mehr zurück wollen. Die Maschine hat ihren Vorteil: Sie ist pünktlich, sie ist perfekt und auch so klein und handlich. Das einzige Problem ist, sie redet ein bisschen wenig.“

Fast zwei Jahre nach dem ersten Besuch, „exakt vor 100 Sendungen“, wie der Moderator sagt. Von der damaligen Besetzung sind nur noch zwei übrig — „genau, wir sind die Veteranen“. Das Gespräch hält den ganzen Umbruch fest: Kornel Lapon am Saxophon, der seine Vorbilder in der älteren Jazz-Ecke hat und mit Punk „wenig am Hut“; Waldek Kopeć an der Gitarre, Autodidakt, der den Punk aus Polen mitbringt; und der Drumcomputer Nox. Dazu die Pläne: 13 bis 14 Stücke, in drei Wochen im Studio, eventuell bei Matatu Records in Gera, das auch die erste CD als Picture-Disc neu auflegen will. Über das Ende von Kaktus Records sagt Severin Schöllhammer: „Pleite ist übertrieben. Es ist wohl eher auch die Lust und die Zeit ausgegangen.“ Auf der zweiten Kassettenseite spielt die Band live im Studio „Oktober“, kündigt die Split-Single mit den nordirischen Holsteins an und erzählt, dass alle vier Vegetarier sind. Die Abschrift stammt von einer Maschine und ist nicht gegengehört. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, steht mit einiger Wahrscheinlichkeit Liedtext statt Rede; Liedtitel und Namen versteht die Maschine besonders oft falsch.

Back Again, Nr. 4

Interview

Die Blumen des Bösen wurden im Juni 1992 gegründet von Martin/Gitarre, Severin/Baß, Marty/Gesang und Volker/Schlagzeug.

Die kürzere der beiden Rechnungen zur Gründung — vergleiche das Interview in der Boot Murder News Nr. 3.

Was fehlt

Von den beiden Sendungen der Wüsten Welle Tübingen (3. Oktober 1995 und 2. September 1997) liegen die Mitschnitte vor und stehen oben unter den Interviews; eine Ankündigung oder Besprechung dazu ist aber nirgends auffindbar — der Sender ist im Internet Archive erst ab 2000 vertreten. Gedrucktes aus den Jahren 1997 und 1998 liegt überhaupt nicht vor.

Bei mehreren Ausschnitten ist nicht vermerkt, welches Blatt sie gedruckt hat — sie stehen oben als „Lokalpresse“ oder „Unbekanntes Blatt“. Wer die Hefte im Regal hat, möge nachsehen.